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PRO-GE Frauen fordern mehr Tempo für Gleichstellung

Anderl mit 100% zur Bundes-Frauenvorsitzenden gewählt

"Es ist noch ein hartes Stück Arbeit, bis wir eine wir eine echte Wahlfreihit für Frauen und Chancengleichheit erreicht haben. Wir müssen das Tempo erhöhen und Hürden abbauen. Dazu gehören zum Beispiel ganztägige und flächendeckende Kinderbetreuung und Kinderbildungseinrichtungen", sagte die PRO-GE Bundesfrauenvorsitzende Renate Anderl bei der Bundesfrauenkonferenz am 13. und 14. September in Wien. Immer noch würden zum Beispiel rund 35.000 Kleinkinderbetreuungsplätze fehlen. Anderl wurde von den Delegierten mit 100 Prozent der Stimmen als Vorsitzende bestätigt.

> Die Fotos von der Konferenz

Neben Renate Anderl wurden Renate Blauensteiner (Opel Wien), Sandra Jurekovic (Takeda Austria), Andrea Nogler-Stark (Huber-Tricot), Sabine Rauecker-Döll (Aida) Elfriede Schober (Miba Sinter Austria), Andrea Schremser (Huyk Wangner), Elisabeth Weinhofer (Borckenstein), Gerlinde Konnerth (Mayer & Co), Silvia Nagele (Olymp), Helga Supper (Delphi Packard), und Petra Thaler (Mahle Filtersysteme) in das PRO-GE Bundesfrauenpräsidium gewählt.

Ebenso sprechen sich die PRO-GE Frauen in ihrem neuen Arbeitsprogramm für eine Weiterentwicklung der Einkommensberichte aus. Individuelle Entgeltbestandteile wie z. B. Zulagen, Prämien und Pauschalen sollen gesondert und geschlechtsbezogen aufgelistet werden. "Es braucht eine unabhängige Stelle, um die Einkommensberichte zu überprüfen. Das heißt auch, dass spürbare Sanktionsmöglichkeiten geschaffen werden müssen, wenn Unternehmen keine nachweisbaren Maßnahmen gegen Einkommensungleichheit setzen", betonte Anderl.

Die PRO-GE Frauen fordern konkrete Maßnahmen unter anderem zur Gleichbehandlung und Gleichstellung, Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, Pflege und Betreuung, Teilzeitarbeit sowie zur Frauenförderung:

  • Gesetzliche Verpflichtung zur Anrechnung aller Elternkarenzen.
  • Ein ganztätiges, flächendeckendes, leistbares und vor allem qualitativ hochwertiges Kinderbildungsangebot für jedes Kind, ab dem 1. Lebensjahr bis zum Schuleintritt unter Schaffung der notwendigen finanziellen, organisatorischen und personellen Ressourcen sowie einheitliche, bundesweite Öffnungszeiten und Qualitätssicherung der Kinderbetreuung und Kinderbildungseinrichtungen.
  • Rechtsanspruch für ein "Papamonat" mit finanzieller, arbeits- und sozialrechtlicher Absicherung.
  • Bundesweiter "Pflege- und Betreuungsfonds", der vorrangig aus Vermögenssteuern und einer Erbschaftssteuer gespeist wird, um die Finanzierung der Pflege und Betreuung nachhaltig sicherzustellen und die Arbeitsbedingungen des Pflegepersonals wesentlich zu verbessern.
  • Gleiche Aufstiegschancen auch für Teilzeitbeschäftigte und Bevorzugung bei der Nachbesetzung von Vollzeitarbeitsplätzen.
  • Die Weiterentwicklung der Einkommensberichte durch Gründung einer unabhängigen Stelle, um Einkommensberichte regelmäßig zu überprüfen sowie die Einführung von Sanktionen, wenn Unternehmen keine nachweisbaren Maßnahmen gegen Einkommensungleichheit gesetzt haben.
  • Betriebliche Frauenförderung muss ein Kriterium für öffentliche Ausschreibungen sein.
  • 1.500 Euro Mindestlohn in allen Kollektivverträgen.
  • Gleichstellung darf nicht beim Pensionsalter beginnen. Gleichstellung muss bereits mit Berufsbeginn gewährleistet werden. Daher keine vorzeitige Anhebung des Frauenpensionsalters.

> Die Landesfrauenkonferenzen

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